Sonntag, 23. April 2017

Aus aller Welt: Ausgang gefunden, frischer Frühling und Basic-Serie


Heute gibt es wieder "eine Tüte Gemischtes" für alle :-) Kennt die noch irgendjemand? Die gab es, als ich ein Kind war, beim Bäcker an der Ecke. Eine Tüte Gemischtes für 50 Pfennige mit Brausebonbons, Weingummi und - sehr begehrt - weißen Schaum-Mäusen. Die gibt es hier nicht, aber ein paar Neuigkeiten.



Am Mittwoch habe ich Euch die Story vom Ranking ohne Ausgang erzählt, von der ich befürchtete, dass sie zu einer neverending Story werden würde. Das tat sie dann doch nicht. Es hat mich zwar noch ein wenig Zeit gekostet, aber ich bin draußen. Und komme hoffentlich nie wieder rein. Die Tatsache, dass ich in dieser Sache wochenlang diskutieren musste, hat mich ehrlich gesagt mehr genervt als die Tatsache, dass ich in diesem merkwürdigen Ranking überhaupt vertreten war. Meiner Meinung nach sollte eine per Mail geäußerte Bitte, da herausgenommen zu werden, ausreichen, um dieser Bitte nachzukommen, zumal ich meinen Blog da niemals selbst eingetragen habe. Dass der Geschäftsführer des verantwortlichen Unternehmens dieser Bitte nicht nachkam und auch Fragen niemals wirklich beantwortete, sondern mir zum Schluss noch zumuten wollte, selbst in den Innereien meines Blogs herumzufuhrwerken, um rauszukommen, halte ich weiterhin für eine Zumutung.



Morgen früh ist es soweit: Die nächste Aktion der Ü30-Blogger startet. Das Thema diesmal, passend zur Jahreszeit, wenn schon nicht zum Wetter: Frühlingsfrisch. Andererseits: Frisch ist es ja ;-) Lasst Euch überraschen, was die Blogger sich haben einfallen lassen. Den Anfang machen morgen Eva, Moppi und ich. Bis Freitag geht es dann täglich weiter um das Thema Frühling!

Am nächsten Sonntag startet dann hier eine neue, kleine Serie. Ich werde mich mit Mode-Basics beschäftigen. Die sind nämlich überhaupt nicht langweilig, sondern echte Allrounder im Kleiderschrank. Welche Looks sich mit welchen Basics im Handumdrehen stylen lassen und welche Basics in keinem Kleiderschrank fehlen sollten, erfahrt ihr in den nächsten Wochen, jeweils am Sonntag.

So, jetzt wünsche ich Euch ein wunderbares Restwochenende, auch wenn es draußen stürmt, regnet oder sogar schneit. Noch eine Woche, dann haben wir den April hinter uns gelassen und dürfen uns auf einen wunderbaren Mai freuen :-)

Liebe Grüße
Fran




Freitag, 21. April 2017

Strickkleid, diesmal frühlingshaft kombiniert


Schnee, Frost und eiskalter Wind - was der Osterhase uns in diesem Jahr ins Nest gelegt hat, ist nicht wirklich nett. „Uns“ stimmt auch eigentlich gar nicht. Hier im Norden war das Wetter eigentlich ganz erträglich. Schnee blieb uns erspart, aber die Temperatur passen eher in den Dezember. Passend dazu habe ich während der Ostertour eine hübsche Erkältung aufgeschnappt. Joa. Da kann man jetzt eine Runde jammern und zetern. Hilft aber nix :-) Das Wetter bleibt wie es ist und da ich gerade nicht die Möglichkeit habe, deutschen Gefilden zu entfliehen, nehme ich den April mal einfach so wie er ist und freue mich darüber, dass wenigstens die Sonne scheint.

Eins allerdings musste sein: Ein Strickkleid durfte noch einmal an die Frau. Ihr kennt es aus diesem Post, damals noch mit Stiefeln und Hut. Das war mir dann aber doch etwas zu winterlich und da die Tageshöchsttemperaturen immerhin bei knapp acht Grad lagen und ein paar Sonnenstrahlen vorwitzig um die Ecke lugten, habe ich das gute Stück diesmal ein bisschen frühlingshafter aufgemotzt. Kann man vermutlich mit fast jeden Winterkleid machen. Wie?

  1. Jeansjacke statt Wintermantel dazu tragen
  2. Die Thermostrumpfhose durch ein optisch etwas leichteres Modell ersetzen
  3. Sneaker. Sneaker gehen immer :-) Vorzugweise sollten sie natürlich hell sein
  4. Ein kleines bisschen Farbe. Fran-typisch nicht allzuviel, also nur ein Hauch hellblau.

Damit passt das Kleid sich dann der Jahreszeit an, auch wenn der Frühling gerade etwas schwächelt. Allerdings haben wir auch immer noch Mitte April und nicht Ende Juni. Es DARF kalt sein. Ich habe manchmal das Gefühl, dass wir alle da mit etwas übersteigerten Erwartungen an das Thema Frühling gehen. Kaum sind Ende Februar die letzten Wintersale-Reste aus den Läden verschwunden und die ersten Frühlingskollektionen treffen ein, erwarten wir wie durch Zauberhand die passenden Temperaturen. Die gibt es dann auch - allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit 2000 Kilometer weiter südlich. Ich erinnere mich dunkel, dass ich schon zu Studentenzeiten - und die waren in den Achtzigern - gern mal über unseren Vermieter geschimpft habe, der zum Ende der Heizsaison Ende April die Heizungsanlage abschaltete. Wurde es danach kalt, blieb einem nix anderes als sich warme Gedanken zu machen ;-)








Die mache ich mir jetzt - auf der Suche nach dem passenden Urlaubsdomizil für den Sommer. Dabei träume ich dann schon mal von Sonne und Strand und lauen Sommerabenden :-) Ihr dürft bis dahin die Kombination aus Winter und Frühling angucken und mich vielleicht ein bisschen bemitleiden ob der maroden Brücken, über die ich für diese Fotos gejagt wurde. Immerhin: Sie hat gehalten ;-)

Liebe Grüße
Fran

PS Noch mehr Strickkleider gibt es bei Sabine und Sabina

Mittwoch, 19. April 2017

Kein Entkommen aus dem Ranking



Blogger-Rankings sind ein Quell ewiger Freude ;-) Soviel habe ich in 1,5 Jahren Bloggen gelernt. Immerhin sind sie scheinbar wahnsinnig beliebt. Ein Post zu den „besten, erfolgreichsten und schönste Modeblogs Ü30, Ü40 und Ü50“, den ich vor rund einem Jahr geschrieben habe, ist mit Abstand der meistgelesene Post dieses Blogs. Warum das so ist - keine Ahnung. Vielleicht wird er über eine entsprechende Googlesuche gefunden.

Die Meinungen darüber, welches nun die erfolgreichsten, die schönsten und die besten Modeblogs sind, gehen naturgemäß auseinander. Wie gut, dass es Unternehmen gibt, die sich dieses Problems annehmen und Unwissende - ob potentiellen Leser oder potentiellen Kooperationspartnern - darüber aufklären, welche Blogs sie lesen oder buchen sollte. Blöd nur, dass es fast so viele Rankings gibt wie Blogs.

Wie komme ich eigentlich da rein?

Noch blöder, wenn man sich plötzlich in einem Ranking wiederfindet, in dem man gar nicht vertreten sein möchte. Nein, ich habe nicht den goldenen Schlapphut für die am schlechtesten angezogene Ü50-Bloggerin bekommen ;-) Aber mein Blog findet sich ein einem mehr oder weniger bekannten Ranking aus der sonst so neutralen Schweiz. Fragt mich nicht, wie er das reingekommen ist. Ich habe ihn definitiv nie eingetragen. Ach, und wer ihn jetzt suchen möchte: Ihr findet ihn gaaaanz gaaaanz weit hinten. Was nicht tragisch ist. Die Janes von Jane Wayne, und die lese ich und mit mir Tausende von Menschen täglich begeistert, stehen tatsächlich hinter mir. Also im Prinzip keine schlechte Platzierung.

Wenn man denn drauf steht. Ich stehe nicht drauf. Mein Blog ist 100-prozentig nicht-kommerziell. Und weil das so ist, mag ich genau genommen nicht Teil eines kommerziellen Rankings sein. Ich suche keine Kooperationspartner. Ich bin nicht auf der Jagd nach Testprodukten. Ich blogge einfach nur.

Also dachte ich mir vor ein paar Wochen, ich kümmere mich endlich mal um die Herausnahme aus diesem Ranking, die schon lange auf meiner Agenda steht. Sollte ja nicht weiter schwierig sein. Also schrieb ich flugs eine Mail, in der ich freundlich darum bat, meinen Blog aus dem Ranking herauszunehmen. Eigentlich eine ganz einfache Bitte, sollte man denken. Wenn man eine Software entwickelt, in die Blogs eingetragen werden können, um im Ranking zu landen, sollte man denken, dass diese Blogs auch wieder ausgetragen werden können.

Und wie komme ich wieder raus?

Weit gefehlt! Genau das geht nicht, teilte mir der Geschäftsführer des Unternehmens höchstpersönlich mit. Ich könne meinen Blog ja auch im Verzeichnis von Google nicht löschen. Das mag ja sein. Google ist in erster Linie eine Suchmaschine. Dass man mich dort findet, nehme ich in Kauf, zumal ich auf einem von Google bereitgestellten Blog blogge. Obwohl ich keinen großen Wert darauf lege. Würde Google mich aussperren, würde ich jetzt nicht gerade verzweifelt in mein Kissen weinen.

Die Antwort machte mich allerdgins neugierig. Welches Unternehmen programmiert eine Software, in die man einen Blog ein-, aber nicht wieder austragen kann? Was, wenn irgendein Witzbold in die Rubrik „Modeblog“ mal kurzerhand eine fiese Schmuddelseite einträgt? Bleibt die dann bis in alle Ewigkeit dort vertreten? Mir scheint das wenig durchdacht. Und das in einer Software eines renommierten Unternehmens? Hätte das ein Abiturient mal eben als Fingerübung zusammengeklickt, mag es ja angehen. Aber ein solcher Fauxpas bei einem professionellen Ranking-System?

Ein kleines bisschen Recherche und ein paar Mails später stand fest: Der Geschäftsführer des Unternehmens scheint seine eigene Software nicht so wirklich gut zu kennen. Oder er wollte mir einen gewaltigen Bären aufbinden. Wer weiß das schon. Fest steht: Es ist durchaus möglich, Blogs aus diesem Ranking wieder herauszunehmen. Das hat bei diversen Blogs bereits geklappt. Bei Anna von Weibswort zum Beispiel. Die hat hier mal darüber gebloggt. Andrea von here-I-am-Andrea hat den Ausgang ebenfalls gefunden. Die rein technische Komponente scheint also entgegen der Aussage des Geschäftsführers kein Problem zu sein. Man ziert sich scheinbar nur ein wenig, bevor man der Bitte endlich nachkommt. Das haben auch weitere Blogger schon zu spüren bekommen, hört man.

Kein Entkommen möglich

Ich teilte dem guten Mann meine Rechercheergebnisse also mit und bat noch einmal um die Herausnahme meines Blogs aus dem Ranking. Diesmal gab es gar keine Antwort. Auf die nächste Mail, in der ich etwa eine Woche nach dem ersten Kontakt an meine Bitte erinnerte, ebenfalls nicht. Mails sind geduldig, also schrieb ich noch eine. Und siehe da: Diesmal gab es eine Antwort. Seitdem weiß ich, dass das Web eine „öffentliche Spielwiese“ ist und auch wenn ich keinen Wert auf das Auftauchen im Ranking lege, andere Menschen das scheinbar anders sehen. „Guter Mann, das ist mir egal“, möchte ich da rufen.

Ihm aber nicht. „Unser Produkt ist besser wenn mehr Blogs drin sind“, antwortete er. *Inklusive des fehlenden Kommas. Vielleicht sind die in der Schweiz aber auch gerade aus.* Ja, guter Mann, das ist mir ebenfalls egal. Ich bin nicht verantwortlich dafür, dass Sie ein gutes Produkt abliefern. Die Mühe sollten Sie sich schon selbst machen :-) 

Als Ausgleich soll ich mich doch bitte darüber freuen, dass mir der Chef der Firma persönlich antwortet! Ja, gern. Wenn ich mich das nächste Mal wirklich schlecht fühle, denke ich daran und mein Leben wird grandios. Überflüssig zu erwähnen, dass die innerhalb von 72 Stunden versprochene Antwort auch knapp zwei Wochen später noch nicht eingetrudelt war. Scheinbar sucht man noch den Schalter, um einen Blog auszutragen. Vielleicht macht sich beim nächsten Mal jemand die Mühe, den zu beschriften? Soooo selten ist die Bitte nämlich gar nicht, weiß ich inzwischen.

Ich warte also geduldig weiter. Und versuche derweil, meinen Vorsprung gegenüber den Janes weiter auszubauen. Na, die sollten sich warm anziehen ;-)

Liebe Grüße

Fran


Montag, 17. April 2017

Osterspaziergang ohne Ostern ;-)

Kleid: Zara, Jeans: Esprit, Schuhe: Adidas, Tasche: Desigual
Nachdem das Osterwetter völlig ins kalte Wasser fallen sollte - zumindest hatte das meine Wetter-App behauptet und damit eindeutig gelogen - und an Ostern sowieso eher kurze Spaziergänge auf ebenen, rollatortauglichen Straßen anstatt Querfeldein-Expeditionen geplant waren, habe ich den Blog-Spaziergang kurzerhand ein paar Tage vorverlegt. Und weil die Temperaturen das Ausführen eines frühlingshaften Kleides nicht so ganz erlaubten, gibt es heute einfach eine weitere Folge von: Kleid über Hose.

Erinnert ihr Euch an die Osterspaziergänge Eurer Kindheit? In meiner Erinnerung war Ostern eigentlich immer sonnig und warm. Am Ostersonntag - und das war eiserne Tradition in meiner Familie - gab es  das erste Mal im Jahr ein Kleid mit weißen Kniestrümpfen. Ihr habt richtig gelesen: Weiße Kniestrümpfe in den neuen Frühlingsschuhen zum neuen Frühlingskleid. Das muss Ende der Sechziger gewesen sein. Da war diese Tradition zumindest im katholischen Westfalen noch unumstößlich.

Nach dem Ostergottesdienst ging es am Ostersonntag zum großen Treffen der Familie väterlicherseits. Das fand jedes Jahr in seinem Elternhaus statt und dort startete nach einem üppigen Essen der traditionelle Spaziergang. Dabei wurden Eier versteckt und das eine oder andere Ei tauchte nie wieder auf… Am Ostermontag war die Familie müttelicherseits dran. Da ging es etwas feiner zu - was die rund zehn Kinder, die jedes Mal dabei waren, nicht weiter beeindruckte. Die weißen Kniestrümpfe hielten auf jeden Fall nur in den seltensten Fällen zwei Ostertage durch. Danach war nix mehr zu retten ;-)

Mit dem Erwachsenwerden waren dann auch die Familientreffen Geschichte. Während des Studiums besuchte ich meine Eltern zwar häufig, aber in den ersten Berufsjahren nutzte ich dann lieber die Gelegenheit, in den Urlaub zu fahren. Irgendwann war dann die eigene Familie da und die Lust, zu Ostern mehr als drei Stunden im Auto zu sitzen, war nicht unbedingt riesengroß. Die Großeltern kamen abwechselnd zu Besuch, aber so ein richtiges Familientreffen gab es nicht mehr.

Vor einigen Wochen haben wir ein Mitglied der Familie verloren. Und ich habe mich bei aller Trauer so unendlich gefreut, dass wir wenigstens Weihnachten noch alle zusammen verbracht haben. Es war zwar ein mächtig improvisiertes Weihnachtsfest, aber es war wunderschön, dass drei Generationen vollzählig versammelt waren und richtig viel Zeit füreinander hatten. Also war es in diesem Jahr keine Frage: Die Familien-Rundreise sollte in jedem Fall stattfinden. Egal, wie lang der Stau ist und egal, wie blöd das Wetter sein würde. Und absolut egal, wie gern ich auf dem Sofa gechillt hätte. Chillen kann ich auch in ein paar Jahren noch. Ob ich dann aber noch mit meinem Vater über den Blödsinn, den ich als kleines Kind so verbrochen habe, lachen kann? Und ob ich meine Schwiegermutter dann noch ganz fest in den Arm nehmen und herzlich drücken kann?

Nutzen wir also die Zeit, die wir noch gemeinsam haben. Ein Grund mehr, bis zum Sommer auch noch einen Besuch bei meiner Schwester einzuschieben. Eigentlich wollte ich in den letzten Monaten dort gewesen sein, aber es kam immer etwas dazwischen. Nichts, was wirklich wichtig gewesen wäre. Aber Dinge, die ich für wichtiger hielt. Sind sie nicht. Also werde ich in der nächsten Woche wohl mal einen Flug buchen.

Jetzt aber zurück zum vorgeschobenen Osterspaziergang. Für das Kleid mit nackten Beinen reichte es nicht, also gesellte sich einfach eine Jeans dazu. Die war, ebenso wie die wenig damenhaften Schuhe, für die Querfeldein-Tour auch bitter nötig. Denn wenn Kind, groß, sagt: „Wir gehen jetzt zu dem Teich da“, dann meint sie das auch. Dann balancieren wir halt über den umgefallenen Baum, weil es sonst keinen Weg durchs Unterholz gibt. Und ich kann Euch sagen, die Brennesseln möchte ich nicht ohne Jeans erleben…











Wie verbringt ihr Ostern? Mögt ihr Familientreffen?

Liebe Grüße

Fran

Freitag, 14. April 2017

Shopping-Outfit in schwarz und weiß

Hose & Gürtel: Zara, Bluse: H&M, Schuhe: Adidas
Endlich Osterferien! Ich kann mich noch an die Kindergarten- und Grundschulzeit meiner Töchter erinnern. Damals fand ich die Ferien regelmäßig zu lang, bedeuteten sie doch für mich, dass ich die lieben Kleinen stundenlang bespaßen durfte. Inzwischen freue ich mich über jeden Ferientag und würde mich durchaus breitschlagen lassen, Petitionen für die Verlängerung der Sommerferien auf zwölf Wochen ins Leben zu rufen :-)

Kein Aufstehen um halb sechs. Keine Hektik am Morgen, wenn das Frühstück fertig sein muss, irgendein Buch mal wieder ausgebüxt ist („Ehrlich Mama, das war gestern abend noch da“), eine Entschuldigung für eine Mathestunde vor drei Wochen geschrieben werden muss (aber für welche denn nur?) und mein Wissen über die Berlinblockade („wie, da warst du auch noch nicht auf der Welt“) getestet wird.

Außerdem habe ich mir selbst ein paar Tage Urlaub genommen und weil die Damen den Wunsch hegten, einen Outlet-Shopping-Tag einzulegen, habe ich mich gern als Chauffeur zur Verfügung gestellt. Einer der Vorteile von Teenie-Töchtern, der sämtliche Nachteile mehr als aufwiegt, ist nämlich, dass man mit ihnen einen wunderbaren Shoppingtag verbringen kann. Naja, man ist hinterher bedeutend ärmer als vorher. Aber irgendwas ist ja immer.

Kind, klein, brauchte dringend neue Sportklamotten, denn am Osterwochenende ist sie vier Tage lang wettkampfmäßig unterwegs und wie soll man ein solches Wochenende ohne einen ausreichenden Vorrat an Jogginghosen und Hoodies überleben? Richtig. Gar nicht. Kind, groß, fällt immer irgendetwas ein, aus dem sie rausgewachsen ist. Nur ich, ich wachse wieder mal aus gar nix raus. Aber gucken kann man ja mal :-)

So ein Shoppingtag kann zu dritt verdammt lang werden, wenn man in jedem verfügbaren Sportshop (und derer gibt es im Outlet einige) wirklich alles inspiziert werden muss. Vermutlich sollte ich froh sein, dass die Damen sich auf Sportbekleidung spezialisiert haben und die Gucci-Taschen keines Blickes würdigen. Und was zieht man für einen langen Shopping-Tag so an? Punkt eins: bequeme Schuhe. Punkt zwei: Etwas, worin man sowohl draußen als auch drinnen herumlaufen kann, ohne dass man draußen schnattert und drinnen Schweißausbrüche bekommt. Punkt drei: Etwas, was man möglichst schnell aus- und wieder anziehen kann, wenn man gaaaaaanz zufällig doch über ein hübsches Kleid stolpert.

Zum Einsatz kamen also Sneakers, eine schwarze Röhre, eine Bluse und das älteste Teil in meinem Schrank: Ein Blazer - oder ist es ein Gehrock? - der seit über 25 Jahren bei mir weilt. Gekauft habe ich das gute Stück am Ende meines Studiums. Damals war das gute Stück schon irre teuer - da gab es aber natürlich auch noch die D-Mark. Dafür ist es aus ganz feinem Wollstoff. Die einzige Änderung, die ich je an dem guten Stück vornehmen ließ war die, die Schulterpolster zu entfernen. Ansonsten ist der Blazer nicht totzukriegen. Der sieht noch immer aus wie neu. Ergänzt wird das Ganze durch eine möglichst große Tasche.

Die habe ich übrigens nichtmal gebraucht. Die Tüten auf dem Foto gehören nämlich bis auf eine einzige mit einem einzigen, bescheidenen T-Shirt NICHT mir. Die Damen haben ihre gesamte Ausbeute für das Foto neben mir drapiert und sich halb totgelacht über das Bild eine shopping-süchtigen Mutter.








Merke: Ich kann einen Tag im Outlet verbringen und am Schluss mehr Geld für Kaffee ausgegeben haben als für meine Einkäufe. Nehmt dies, Kinder! In your face!

Liebe Grüße

Fran

Dienstag, 11. April 2017

Ich bin Blogger, kein Verkäufer

Über Kooperationsangebote wurde in den vergangenen Jahren viel geschrieben und häufig genug waren die Beispiele, die da angeführt wurden, nur zum drüber-lachen geeignet. Das Angebot, das mir kürzlich in den Mailbriefkasten flatterte, fand ich im ersten Moment auch zum Lachen. Und dann zum Heulen. Denn es zeigt ziemlich drastisch, wie heute „gearbeitet“ wird.

Man lese meinen Blog schon lange und finde ihn sehr erfrischend, stand in dem Anschreiben. Nun habe man eine revolutionäre Creme entwickelt. Die Vermarktung solle zu Beginn ausschließlich über Blogs erfolgen, denn Blogs seien meinungsbildend. Da es sich um eine Creme gegen die vorzeitige Hautalterung handle, würde man mir als Ü40-Bloggerin gern ein Testprodukt zusenden, das ich dann im Blog vorstellen könne, hoffentlich mit positivem Ergebnis.

Joa. Schön. Blöd nur: Wenn man meinen Blog schon lange liest und in der Lage ist, Buchstaben zu Wörtern zusammenzusetzen und die auch noch zu verstehen, dann wüsste man doch, dass ich keine Werbung mache. Na, Schwamm drüber. Ich fühle mich ja schließlich doch ein wenig gebauchpinselt, weil mein Blog so erfrischend ist. Und die Sache mit der vorzeitigen Hautalterung ist genau genommen bei mir auch nicht soooo gut aufgehoben, weil mit 51 gar nix vorzeitig ist. Aber danke, dass mir das Gefühl gegeben wird, so jung auszusehen ;-)

Ich mache zwar hier keine Werbung, aber ich bin neugierig. Deshalb bin ich Journalistin geworden. Andernfalls hätte ich Karriere als tratschende Nachbarin machen müssen. Die wiederum verdienen einfach zu wenig. Also wies ich das anfragende Unternehme nicht darauf hin, dass Werbung bei mir nicht drin ist, sondern fragte ganz unverbindlich nach den Konditionen für einen Post über die revolutionäre Hautpflege.

Ja nun, Geld für einen Post könne man nicht zahlen. Ich müsse das verstehen. Es gebe kein Budget für Blogs. Junges, kleines Unternehmen, das die Revolution plant, aber leider, leider, muss die möglichst günstig zu haben sein. Naja, hat in Frankreich ja auch mal geklappt. Aber damit ich meine Arbeitszeit nicht völlig umsonst in einen Post investiere, habe man ein tolles Angebot für mich. Für jeden Tiegel der revolutionären Pflege, die aufgrund meines Blogposts verkauft wird, bekomme ich einen Anteil, für den ein Mindestlöhner immerhin mehr als eine Stunde lang arbeiten muss.

Wie gesagt: Anfangs habe ich gelacht. Bis mir klar wurde, dass das perfider nicht sein könnte. Der Hersteller investiert nichts als einen Topf Creme und ein paar Euro fürs Porto. Will der Blogger mit seiner Arbeit (Testen, Schreiben, Fotografieren) etwas verdienen, müssen die Leser das Zeug kaufen. Das tun sie natürlich nur, wenn die Beurteilung positiv ausfällt. Für ein Produkt, das schlecht bewertet wird, gibt logischerweise niemand Geld aus. In diesem Falle hat der Blogger wochenlang für nix getestet und eventuell  noch einige Stunden in einen Text investiert, in dem er das Produkt schlecht bewertet. Für nix. Ist das Produkt aber ein echtes Wundermittel, dann kaufen es vielleicht 20 Leser. Oder 50. Oder 100, je nach Reichweite des Blogs und Ergebnis des Tests.

Nennt mich naiv, aber eine derartige "Bezahlung" für einen Test für ein Pflegeprodukt finde ich einfach nur dreist. Bei Kleidung mag das ja noch angehen. Da sieht man immerhin, was man bekommt. Bei einem Hautpflegeprodukt bekommt man im schlimmsten Fall Pickel ;-)

Tja, und da frage ich mich dann doch ernsthaft, wie viele Blogger selbstlos genug sind, eine solche Verdienstmöglichkeit zu ignorieren. Vielleicht gibt es ja Heerscharen, die genau das tun. Allein, es bleibt ein wenig Skepsis, ob das tatsächlich so ist. Ich habe auf einigen Blogs Tests über diese Pflege gelesen. Die Testergebnisse waren allesamt positiv. Sehr positiv. Vielleicht ist das Produkt in der Tat eine Revolution. Allein, mir fehlt der Glaube. Ich bin also nicht nur naiv, sondern auch noch misstrauisch. Asche auf mein Haupt.

Ich habe dem Hersteller geantwortet, dass Werbung im Allgemeinen und diese Form der Kooperation im Speziellen für mich nicht in Frage kommt. Immerhin habe ich etwas dabei gelernt: Wenn ich irgendwann einmal ein Produkt im Auftrag eines Herstellers teste, dann gegen ein festes Honorar. Ich bin Blogger, kein Verkäufer.

Liebe Grüße
Fran

Sonntag, 9. April 2017

Rüschen kommen mir nichts ins Haus ;-)


Bluse & Rucksack: H&M, Jeans: Esprit, Schuhe: Adidas
Sehr geehrte Damen und Herren der Jury, ich plädiere auf schuldig. Noch vor wenigen Monaten hat DIESE FRAU *zeig auf armes Fran* behauptet, eine Rüschenbluse kämen ihr nicht ins Haus. Und sehen Sie sich DAS an! Sind das Rüschen? Ja, das sind Rüschen! SCHULDIG!

Ja, so kann`s gehen. Ich wollte ganz wirklich und ehrlich nur eine weiße Bluse kaufen. Eine andere musste leider den Weg in den Container antreten, weil der Ärmel aufgrund eines unglücklichen Zusammentreffens mit einem spitzen Gegenstand diverse Löcher aufwies. Das mit den Rüschen, das habe ich echt nicht gewollt. Aber da hing die Bluse und immerhin waren die Rüschen nur auf den Ärmeln. Und weil sie mich so unglücklich anguckte, da auf dem Kleiderständer für reduzierte Restposten, da hab ich sie einfach mit in die Umkleidekabine genommen. Ich wollte sie ehrlich nur ein ganz kleines bisschen trösten! Und dann sah sie an mir gar nicht so rüschig aus wie ich befürchtet hatte. Im Gegenteil: Ich fand sie ziemlich cool. Obwohl ich Rüschen eigentlich total uncool finde. Die Ursache liegt - wer hätte das gedacht - viele, viele Jahre zurück.

Ich war 17 und anstatt, wie sich das gehört, mit meinem Mitschülern kiffend in der Kneipe abzuhängen - sollte hier jemand mitlesen, der das für unmöglich hält: Damals, als ich 17 war, durfte man noch in Kneipen rauchen, ja wirklich rauchen - ging ich tanzen. Kein cooler Jazz-Dance, sondern Standard und Latein. Also Walzer, Walzer, Quickstep, Slowfox, Tango, Rumba, Samba und das ganze Programm. Ich habe es geliebt und irgendwann tanzte ich dann halt auch Turniere. In der Anfänger-Klasse für Jugendliche waren die „richtigen“ Tanzkleider mit Strass, Federn und Co. noch nicht vorgeschrieben, aber in Jeans tanzte man natürlich nicht. Also tanzte ich in einem Glitzerrock und einer Rüschenbluse. Und nicht irgendeine Rüschenbluse. Riesige Rüschen in V-Form aus Lochspitze zierten die Front. Das Bügeln dieser Bluse war eine echte Höchststrafe. Aber wer schön sein wollte, musste halt bügeln…

Da ich zwei Jahre später einen Studienplatz Hunderte von Kilometern weg von meinem Tanzpartner bekam, verlief die tänzerische Karriere dann leider im Sande. Aber die Abneigung gegen Rüschen, die blieb. Bis diese Bluse da hing. Ich schwöre, wären die Rüschen in Form eines V vorn gewesen, hätte ich die Beine in die Hand genommen ;-) Rüschige Ärmel dagegen fand ich ziemlich ok. Das Bügeln ist zwar keine wirkliche Freude, aber einen Tod muss man halt sterben. Und zu Jeans und Sneakers finde ich das gute Stück in der Tat ziemlich cool. Hat auf jeden Fall nix vom damaligen Tanzschul-Look.







Also pfeife ich auf alles, was ich vor ein paar Monaten noch behauptet habe. Und lieber Herr Mode-Staatsanwalt: Jup, schuldig. Sie können jetzt gern die Modepolizei holen, damit die mich verhaftet :-)

Und ihr so? Team Rüsche oder Team „Kommt mir nicht ins Haus“?

Liebe Grüße

Fran